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Korken, Weinkorken, Korkenherstellung
Ausgangsstoff für die Korkenherstellung ist die Korkeiche (Quercus suber), eine immergrüne Eichenart, die bis 20 Meter hoch wird. Sie wächst hauptsächlich im südwestlichen Europa und Nordwestafrika. Ein Korken ist ein elastischer, dichter Verschluss für Wein- und Sektflaschen. Hergestellt werden Korken aus der Rinde der Korkeiche.

Heute wird die Korkeiche in Algerien, Frankreich, Italien, Marokko, Portugal, Spanien und Tunesien angebaut. Die europäische Korkindustrie produziert etwa 340.000 Tonnen Kork im Wert von 1,5 Milliarden Euro und beschäftigt etwa 30.000 Menschen.

Unter den Korkenherstellern nimmt Portugal weltweit den ersten Rang ein, es besitzt 31% der Korkeichenbestände. Das Hauptanbaugebiet von Portugal ist der Alentejo, wo man Korkeichenplantagen meist in Kombination mit Weidewirtschaft und Getreideanbau findet. Die Fabriken in Portugal, in denen der Kork verarbeitet wird, liegen vor allem in der Nähe von Lissabon und im Norden des Landes.

Zur Markierung bekommen die frisch geschälten, rot leuchtenden Stämme in Portugal die Jahreszahl aufgemalt, damit man weiß, wann man die Stämme wieder schälen kann. Der männliche Kork, den der Baum in den ersten Jahren bildet, kann nicht zur Korkenherstellung verwendet werden. Er wird vorsichtig abgeschält, um die darunter liegende Rinde nicht zu beschädigen. Ab dem 20. bis etwa zum 150. Jahr wird der weibliche Kork etwa alle 10 bis 12 Jahre vom Stamm geschält. Dann erst hat der Kork die Stärke erreicht, um damit den teuren Flaschenkork herzustellen. Der Kork der ersten Schälung hat eine raue Oberfläche und ist von minderer Qualität. Erst die nachfolgenden Schälungen besitzen eine glattere Struktur und damit eine bessere Qualität.

Die Platten bester Qualität werden zur Herstellung von Flaschenkorken verwendet. Die zweite Wahl findet Verwendung als Fußbodenkork oder Tapeten. Der schlechteste Kork wird als Dämmmaterial oder Granulat verwendet. Das Granulat wird dann zum Beispiel als Fußbett für Sandalen gepresst.

Das Einsetzen eines Korken in den Flaschenhals (Verkorken) erfolgt maschinell in der Weise, dass der Korken zunächst durch eine zylindrische Presse so weit zusammengedrückt wird, dass sein Durchmesser etwas geringer ist als der Innendurchmesser des Flaschenhalses. Anschließend wird er mit hoher Geschwindigkeit in den Flaschenhals gestoßen. Durch den hierbei wegfallenden Pressendruck dehnt sich der Korken wieder aus und presst sich an die Innenwand des Flaschenhalses (bei Sektkorken zusätzliche Festigung durch Agraffe). Ein guter Korken ist direkt aus dem Kork gestanzt, während die billigen Korken Presskorken sind, aus Korkabfällen produziert werden.

Korken aus Naturkork sind wegen ihrer besonderen Eigenschaft, im Wein den so genannten "Korkgeschmack" zu erzeugen, nicht unumstritten. Weine mit Korkgeschmack nennt man "Korkschmecker". Sie riechen muffig und haben einen unangenehmen, bitteren Geschmack, der von einer leichten Note, die von manchen Menschen nicht einmal wahrgenommen wird, bis zur völligen Ungenießbarkeit reichen kann. Während man in Nordeuropa und Nordamerika vermehrt von Naturkorken zu alternativem Material, z. B. Kunststoff und Glas, übergeht, schwören die Franzosen auf den guten alten Naturkork.

Mit dem Argument, dass Naturkork als Verursacher des Korkgeschmacks durch andere Materialien abgelöst werden muss, soll der Verbraucher, wie viele Weinkenner meinen, langsam dazu gebracht werden, diese "artfremden" Korken zu akzeptieren. Der eigentliche Grund dürfte nicht der - eher seltene - Korkgeschmack sein, sondern die Tatsache, dass die Alternativmaterialien, insbesondere Kunststoff, weit billiger sind.

Mit Naturkorken verschlossene Weinflaschen sollten liegend gelagert werden, da nur ein feuchter Korken die Gasdichtigkeit garantiert. Wird der Korken undicht, kann die Kohlensäure entweichen, Luftkontakt den Wein oxidieren und ihn damit verderben.


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