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Müller-Thurgau - Rebsorte

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Der Pflanzenphysiologe Müller (1850-1927) nannte sich selbst Müller-Thurgau nach seinem Geburtsort im Schweizer Kanton Thurgau. 1876 wurde Müller-Thurgau Professor und Leiter des neu geschaffenen Institutes für Pflanzenphysiologie an der Preußischen Lehr- und Forschungsanstalt für Wein-, Obst- und Gartenbau in Geisenheim.

1890 erhielt Müller-Thurgau das Angebot, eine schweizerische Versuchs- und Lehranstalt für Obst-, Wein- und Gartenbau in Wädenswil am Zürchersee zu gründen. Aus Geisenheim ließ er sich Sämlinge nachschicken, aus denen später die Müller-Thurgau angepflanzt wurde.

Als "Eltern" der neuen Züchtung wurden Riesling und Silvaner angenommen. Hermann Müller selbst war skeptisch gegenüber der Elternschaft, und später wurden immer mehr Zweifel an der Kombination "Riesling x Silvaner" laut. Die Kreuzung ließ sich nie wieder nachvollziehen. Inzwischen wurde Gutedel durch gentechnische Untersuchungen als "Vater" festgestellt.

Die Müller-Thurgau-Rebe ist eindeutig eine der erfolgreichsten Neuzüchtungen. Ab Mitte des 20. Jahrhunderts wurde sie in fast allen Weinbauländern der Erde verbreitet.

Bei der Müller-Thurgau handelt es sich um eine mittelkräftige, ertragreiche Sorte, die leicht 100 Hektoliter pro Hektar erreichen kann. Die Wein-Rebe liebt nährstoffreiche Böden und kühle Lagen. Die Klimaansprüche sind gering.

Der Wein ist in der Regel von mittlerer Güte und sein Duft erinnert etwas an Muskat. Die Fruchtigkeit nimmt in Richtung Südlagen zu. Der Alkoholgehalt ist gut, die Säure schwach, der Körper leicht bis mittelkräftig. Die Farbe ist blass bis hellgelb.

Müller-Thurgau-Weine werden jung getrunken. Sie passen zu leichten Speisen (Spargel), sind aber auch als abendlicher Trinkwein sehr beliebt.


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